Donnerstag, den 19. November 2015 um 14:48 Uhr

Musikunterricht und Multimedia 2

Fachtagung für Musiklehrer in der Landesmusikakademie Niedersachsen

Zum zweiten Mal will die Landesmusikakademie Niedersachsen in enger Kooperation mit dem Niedersächsischen Kultusministerium und im Zusammenwirken mit dem Institut für Musik und ihre Vermittlung der TU Braunschweig die Fachtagung für Musiklehrkräfte "Musikunterricht und Multimedia (MuM2)" in Wolfenbüttel veranstalten.

Die erste Tagung im Mai 2014 stieß auf große Resonanz: Mehr als 100 Musiklehrer aus dem gesamten Bundesgebiet nahmen an rund 60 Workshops, Debatten und Referaten teil. Dazu gesellten sich Experten aus Wirtschaft, Verlagen, Schul- und Hochschulwesen. Es gab Fortbildungsangebote mit vielfältigem Hintergrund. Das reichte von Anfängerkursen in der Tablet-Bedienung, über den Einsatz von Smartboards im Musikunterricht und die musikpädagogischen Chancen von iPad-Klassen, bis zur Digitalen Musikproduktion mit ausgewachsenen Audio Workstations.

Die Besucher der Tagung erörterten die aktuellen Chancen digitalen Lehrens und Lernens nicht bloß aus technischer Sicht, sondern auch die fachdidaktisch-methodischen und unter-richtspraktischen Facetten. In Impulsreferaten, Workshops, Kurz-Präsentationen und Diskussi-onen nahmen Fachleute aus Schule, Hochschule, Schulbuchverlagen, Fortbildungseinrichtun-gen und interessierter Wirtschaft zu den Inhalten, Zielen und Begründungen digital vermittel-ten Unterrichts Stellung und gaben Anregungen, wie und unter welchen Bedingungen digitale Medien sinnvoll in den Musikunterricht integriert werden können.

Die zweitägige Veranstaltung kombinierte in parallelen Panels und „blitzlichtartigen Short-cuts" didaktische Fragen mit Praxiserfahrungen. Dabei ging es sowohl um die Nutzung ein-schlägiger Software, die Demonstration von Unterrichtsergebnissen und schulpraktischen An-wendungen wie auch um die Präsentation von Best Practise-Erfahrungen. Unter dem Strich wurden durchaus die „großen Fragen" der Digitalisierung in der Schule thematisiert, kritisiert wurde allerdings auch, dass es zu keiner vertieften Auseinandersetzung um das grundsätzliche Warum und Wozu des Einsatzes digitaler Medien im Musikunterricht kam. Für manche Ta-gungs¬teilnehmer blieb es somit bei einer eher technischen Methodikschulung. Sie vermissten eine umfassende Diskussion über das didaktische Für und Wider digitaler Medien an sich. So wurde deutlich, dass die Tagung 2014 nur ein „erster Aufschlag" sein konnte, der im besten Fall Aufschluss über den Stand der methodischen und didaktischen Diskussion in Niedersach-sen geben konnte: eine Bestandsaufnahme eben, die thematische Perspektiven für eine an-stehende Nachfolgeveranstaltung lieferte.

Die Veranstaltung machte deutlich, dass die Einbindung digitaler Medien in den Musikunter-richt und ihre Berücksichtigung in den Fach-Curricula trotz ihrer Bedeutung im Alltag Jugend-licher erst in Ansätzen stattfindet – die didaktische Theoriebildung steht ganz offensichtlich noch am Anfang. Immerhin hat das Niedersächsische Kultusministerium im neuen Kerncurricu-lum Musik in der gymnasialen Oberstufe die Einbindung digitaler Medien vorgesehen.

Fachdiskussionen wurden bisher isoliert und regionalisiert an vielen Orten ohne Vernetzung geführt. Seit dem erfolgreichen ersten Kongress „Musikunterricht und Multimedia" im Jahr 2014, der sich zu einem guten Teil auf die Präsentation gelungener Praxisbeispiele kon-zentrierte, wächst in der fachdiskursiven Öffentlichkeit nun das Interesse an der Theoriebil-dung. Aus diesem Grunde sollen unter dem thematischen Dach von „Musikunterricht und Mul-timedia" erstmals zwei Veranstaltungen, Didaktik-Symposion (veranstaltet von der TU Braun-schweig in den Räumen der Landesmusikakademie) und Fortbildungstagung, sowohl inhaltlich als auch organisatorisch ineinandergreifen. Beide Veranstaltungen richten sich in erster Linie an Lehrkräfte der Universitäten, Hochschulen und Schulen, Referendarinnen und Referendare sowie Studierende der ästhetischen Unterrichtsfächer.

Die Finanzierung des einen Teils, des Fortbildungskongresses, soll durch das niedersächsische Aktionsprogramm HAUPTSACHE:MUSIK sichergestellt werden.

Ziele des Symposions und des Kongresses sind:

• Raum für Diskussion didaktischer Grundfragen zur Einbindung digitaler Medien in den äs-thetischen Unterrichtsfächern zu schaffen,

• Wechselwirkungen zwischen digitalen Medien und ästhetischen Prozessen didaktisch zu reflektieren,

• kompetente Akteure zunächst in den deutschsprachigen Ländern zu vernetzen,

• die Fachdiskussion in das Spannungsfeld zwischen Medienrezeption - aus psychologischer und soziologischer Perspektive - und Fachdidaktik zu stellen,

• didaktische Thesen unmittelbar in Fortbildungskonzepte einfließen zu lassen und zu re-flektieren, um die Verknüpfung von Unterrichtstheorie und –praxis zu fördern,

• elementare Methoden anhand von gelungenen Praxisbeispielen vorzustellen und erfahr-bar zu machen, um so den Mehrwert digitaler Medien herauszuarbeiten,

• konkrete Impulse für die Unterrichtspraxis zu setzen und

• die im Kongress 2014 begonnene Diskussion, die auf große Resonanz stieß und um deren Fortsetzung ausdrücklich gebeten wurde, weiterzuführen.

Aktualisiert: Donnerstag, den 19. November 2015 um 15:47 Uhr

Kontakt

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